
Ein kleines Haus mit einer grossen Geschichte
Bevor bei uns der erste Kaffee über den Tresen ging, war das Pförtnerhaus schon vieles: Wächter eines Villengartens, Kutscherhaus, Pförtnerloge eines Gewerbehofs. Über 140 Jahre Geschichte, liebevoll weitererzählt.

Ein Garten vor den Toren der Stadt
Alles beginnt mit einem Garten. Im 19. Jahrhundert, nach der Schleifung der Basler Stadtmauer, entstehen entlang der St. Alban-Anlage grosszügige Anwesen mit weitläufigen Parkanlagen. Das Grundstück an der Hardstrasse gehört damals zu einer grossbürgerlichen Villa, die noch heute nördlich des Areals steht. Wo heute Croffles gebacken werden, spazierte man einst durch einen privaten Villengarten im Gellert.

Vom Kutscherhaus zum Pförtnerhaus
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts diente unser Haus als Kutscherhaus. Später bildete es den Zugang zu den Gewerbebauten, die nach und nach den Villengarten ablösten: Wer aufs Areal wollte, kam am Pförtnerhaus vorbei. Daher der Name. Heute ist es das einzige Relikt aus dieser Zeit, denkmalgeschützt und zusammen mit der alten Baumgruppe am Eingang noch immer die Adresse zur Strasse. Klein, aber mit Haltung.
Die Plakat-Jahre
Ab den 1930er-Jahren wurde das Areal gewerblich genutzt, angefangen mit der Wassermann AG und zuletzt von der Allgemeinen Plakatgesellschaft (APG), die an der Hardstrasse 43 ihren Sitz hatte. Jahrzehntelang gingen hier Plakate ein und aus, das Pförtnerhaus behielt den Überblick. Diese Ära wirkt bis heute nach: Die fein gewellten Aluminiumfassaden der neuen Wohnhäuser auf dem Areal sind eine bewusste Reminiszenz an die Plakatträger von damals.

Ein neues Kapitel: Living Frames
2016 erwarb die ECOREAL Schweizerische Immobilien Anlagestiftung das Areal und beauftragte die Basler Architekten Miller & Maranta mit der Entwicklung. Ihr Ansatz: den Charakter des Gewerbehofs nicht auslöschen, sondern mit einer neuen Zeitschicht ergänzen. Die alten Shedhallen wurden zu Wohnateliers, drei neue Wohnhäuser kamen dazu, insgesamt 67 Wohnungen und Ateliers. Das Pförtnerhaus selbst wurde 2022 bis 2023 unter Denkmalschutz behutsam saniert. 2022 war Living Frames Teil von Open House Basel und wurde von Architektur Basel in die Top 10 des Jahrgangs gewählt.

Liebevoll renoviert und Charakter behalten
Als wir das Haus übernommen haben, war klar: Wir renovieren es, aber wir bügeln es nicht glatt. Die alten Balken, die Wendeltreppe, die hohen Decken im Galerie-Raum, all das bleibt sichtbar. Entstanden ist ein Ort, an dem sich über 140 Jahre Geschichte und ein Croffle-Eisen erstaunlich gut vertragen. Heimelig trifft innovativ, das ist kein Zufall, das ist das Konzept.

Und heute? La vie en rose.
Mitte Juli 2023 haben Diana und Michel das Pförtnerhaus wieder zum Leben erweckt. Die Idee entstand fast nebenbei: Eigentlich suchte die Kommunikationsagentur Mind Studios, welche von Michel Gysin gegründet wurde und die er bis heute mit Daniela Kleck führt, neue Büroräume. Das Pförtnerhaus gefiel sofort, war aber zu gross fürs Büro allein. Also wurde aus dem Zuviel an Platz ein Zuhause für die Café-Bar Pförtnerhaus. Ein Ort, wo die Freude am Genuss und am unbeschwerten Zusammensein gefeiert wird.
«Das Haus, das über 140 Jahre lang den Eingang bewachte, steht heute allen offen.»
Die Geschichte im Schnelldurchlauf
Das Grundstück ist der Garten einer grossbürgerlichen Villa im jungen Gellertquartier.
Das Pförtnerhaus wird gebaut.
Das Haus dient als Kutscherhaus und wird zum Zugang des entstehenden Gewerbeareals.
Gewerbliche Nutzung des Areals, zuerst durch die Wassermann AG, zuletzt als Sitz der Allgemeinen Plakatgesellschaft (APG).
ECOREAL erwirbt das Areal, Miller & Maranta entwickeln die Überbauung Living Frames.
Sanierung des denkmalgeschützten Pförtnerhauses, Fertigstellung von Living Frames.
Diana und Michel eröffnen die Café-Bar Pförtnerhaus. Der Rest ist Genuss.
Fragen zur Geschichte
Wie alt ist das Pförtnerhaus in Basel?
Das Pförtnerhaus an der Hardstrasse 43 wurde um 1880 gebaut und ist damit über 140 Jahre alt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts diente es als Kutscherhaus und später als Zugang zu den Gewerbebauten auf dem Areal. Heute ist es das einzige erhaltene Relikt aus dieser Zeit.
Warum heisst es Pförtnerhaus?
Das Haus bildete den Zugang zum ehemaligen Gewerbeareal an der Hardstrasse: Wer aufs Gelände wollte, passierte das kleine Haus am Eingang, wie bei einer Pförtnerloge. Der Name ist geblieben, auch wenn heute niemand mehr kontrolliert, sondern alle willkommen sind.
Ist das Pförtnerhaus denkmalgeschützt?
Ja, das Pförtnerhaus ist denkmalgeschützt. Es wurde 2022 bis 2023 im Rahmen der Überbauung Living Frames behutsam saniert und beherbergt seit Juli 2023 die Café-Bar Pförtnerhaus sowie die Digitalagentur Mind Studios.
Was ist Living Frames?
Living Frames ist die Wohnüberbauung auf dem ehemaligen Gewerbeareal rund um das Pförtnerhaus, entworfen von den Basler Architekten Miller & Maranta im Auftrag der ECOREAL. Sie umfasst 67 Wohnungen und Wohnateliers und wurde 2022/2023 fertiggestellt.
Seit wann gibt es die Café-Bar Pförtnerhaus?
Die Café-Bar Pförtnerhaus wurde Mitte Juli 2023 vom Gastgeberpaar Diana und Michel eröffnet. Seither ist sie Café, Apéro-Bar, Galerie und Quartiertreffpunkt im Gellert in einem.
Komm vorbei und schau selbst
Am schönsten erzählt das Haus seine Geschichte bei einem Kaffee oder einem guten Glas Wein. Auf der Team-Seite erfährst du, wer heute dahintersteht.